Die Geschichte des Fechtens

Die Kunst des Fechtens kann auf eine lange Geschichte und Entwicklung zurückschauen. Schon im alten Rom und zur Zeit der Griechen gab es Fechtmeister. Damals wurden in Gladiatorenschulen öffentliche Kämpfe ausgetragen, die aber noch mit verschiedenen Waffen ausgeübt wurden.

Nach dem Reich der Römer folgte einer Zeit voller kriegerischer Kämpfe. Heere wurden verstärkt und die Epoche des schwer bewaffnenten Ritters wurde eingeleitet.
 

Die Fertigkeiten mit der Waffen mussten ständig geübt werden und so ergab es sich, dass Kampfspiele entwickelt wurden. Ab dem 13. Jh. stand der Zweikampf mit Lanze und Schwert im Vordergrund. In Turnieren traten die Ritter gegeneinander an und verloren dabei oftmals ihr Pferd oder ihre Rüstung. Aber auch der Tod war ein ständiger Begleiter der Kampfspiele.
 

Die damaligen Turniere hatten mit dem heutigen Fechten noch wenig gemein. Entscheidend für den Sieg eines Ritters war hauptsächlich das Material seiner Rüstung und seine eigene Kraft. Auch war es üblich das Schwert verkehrt herum zu benutzen, um dem Gegner mit dem schweren Halteknauf zu schaden.
 

Ab dem 13. Jh. legte man mehr Wert auf neue Taktiken und so entstand das bisher älteste erhaltene Fechtbuch, geschrieben von einem Geistlichen, wahrscheinlich dem Sekretär des Bischofs zu Würzburg. Darin wurden einfache Techniken mit dem Schwert gezeigt, Hiebe und Stiche sowie Griffe und Schritte, die den Gegner entwaffnen konnten.
 

Im 14.Jh. sorgte ein Fechtmeister namens „Johann Liechtennauer“ für Aufsehen. Er beherrschte die Kunst des Fechtens so gut, dass noch über 100 Jahre lang sein Wissen überliefert wurde. Fechtschulen besaßen damals noch eine andere Bedeutung. Man demonstrierte öffentlich die Fähigkeiten der Schüler und nahm auch Meisterprüfungen ab.

Diese Fechtschulen gewannen schnell ansehen und erfreuten sich schon bald großen Publikums. Auf Grund der großen Beliebtheit gingen sogar die sonntäglichen Kirchenbesuche zurück, weil die Leute sich lieber Fechten ansahen als Predigten zu lauschen.

Diese Zeit war ebenfalls geprägt von Universitätsgründungen. Studenten aus aller Welt trafen sich hier, um sich zu bilden und lernten unter anderem auch Fechten. Die Studenten erfreuten sich dermaßen an dieser Kampfart, dass oft Verbote ausgesprochen wurden die Fechtschulen zu besuchen.
 

In der Renaissance hatte sich die Fechtkunst weiter etabliert. Die Fechterei fing an sich im Bürgertum Deutschlands zu organisieren. Schon bald entstand in Frankfurt die erste bekannte Vereinigung von Fechtern, die Gesellschaft der Marxbrüder. Regelmäßig zur Herbstmesse trafen sich alle Meister und wählten einen Hauptmann, der von vier anderen Meistern unterstützt wurde. Mitglieder waren Handwerker, Bäcker, Schmiede, Schellenmacher und andere.
 

Aber die Renaissance brachte auch neue Fortschritte in der Metallverarbeitung, so dass die Klingen der Schwerter schmaler und leichter wurden. Es entstand das Rapier. Es hatte eine ein- oder zweischneidige Klinge und bekam einen besseren Handschutz, das Gefäß oder die Glocke. Das Rapier wird heute Degen genannt und mit dessen Hilfe entwickelte sich ein ganz neuer Fechtstil.
 

Der Italiener Camillo Agrippa führte anschließend die Fachtermini ein, die auch heute noch im Fechtsport verwendet wird. Er entdeckte, dass Stöße im Gegensatz zu Hieben und Schlägen schneller und unberechenbarer sind. Ebenfalls führte er die vier Faust- und Klingenlagen Prim, Seconde, Terz und Quart ein.
 

Einen wirklichen Auftrieb erhielt das Fechten aber erst wieder durch die Turnerbewegung im 19.Jh.
Erst jetzt wurde das Florett, der Degen und der Säbel standardisiert.
 

1862 entstand der erste Fechtklub in Hannover, der Fechten als Sport betrieb.
Ebenfalls zählte Fechten 1896 zu den Gründungssportarten der Olympischen Spiele von Athen. Dort gab es Säbel, Florett sowie Florett für Fechtmeister. Der Degen kam erst 1900 in Paris dazu und das Mannschaftsfechten in Antwerpen 1920.
 

(Quelle http://www.fechten-in-speyer.de/fechten/history)